Endlagererkundung

Erkundung von Salzformationen

Die Lagerung von Atommüll ist ein weltweites Problem. Vor einigen Jahren beschloss die deutsche Regierung, nach einem dauerhaften Endlager für Atommüll zu suchen. Der Müll wird je nach Strahlung und Herkunft in Kategorien eingeteilt. Erforderlich sind ein geologisch stabiles Endlager und auslaufsichere Behälter für den Müll. Die Lagertiefe sollte mehr als 300 m betragen. In Deutschland wurden Tonstein, Salz und kristallines Gestein als potenziell geeignet für die Lagerung von Atommüll identifiziert.

Anwendungsbeispiel:
Seismische Tomographie kann verwendet werden, um die Strukturen zwischen Bohrlöchern mit hoher Auflösung abzubilden. Das Beispiel zeigt ein Tomogramm, das einige hundert Meter unter der Erde und in einer Entfernung von mehr als 100 m gemessen wurde. Dieses Tomogramm soll die Fähigkeit der Methode demonstrieren, geologische Strukturen abzubilden und zu einer breiteren Wissensbasis für die Planung von Endlagern beizutragen.


SeismicTomography

P-Wellen Tomogramm


Seismische Untersuchung von Gesteinseigenschaften in Salzbergwerken

Die Entsorgung radioaktiver Abfälle ist in tiefen unterirdischen Gesteinsschichten geplant. Geeignete Wirtsgesteine müssen besondere Eigenschaften aufweisen, wie beispielsweise eine geringe hydraulische Durchlässigkeit, eine hohe mechanische Stabilität und eine hohe Sorptionskapazität für radioaktive Partikel. Oftmals werden Salzformationen für diesen Zweck in Betracht gezogen. Allerdings können sie mit Herausforderungen wie Instabilität, Wassereintritt, radioaktiven Lecks oder unbekannten unterirdischen Strukturen konfrontiert sein. Seismische Methoden helfen dabei, das Untergrundbild zu erfassen und diese Risiken zu reduzieren.

Anwendungsbeispiel:
Geophysikalische Untersuchungen wurden durchgeführt, um die Integrität und Stabilität des Gesteins zu beurteilen und das Innere und die Ausdehnung der Lagerkammern abzubilden. Zu den angewandten seismischen Methoden gehörten seismische Tomographie und Crosshole-Tests mit P- und S-Wellen-Messungen zwischen dem Tunnel und einem horizontalen Bohrloch sowie zwischen zwei horizontalen Bohrlöchern. Die Ergebnisse zeigten, dass das Salzgestein weniger homogen ist als zuvor angenommen.

 Asse Tomograms

Tomogramme zeigen die Verteilung der P- und S-Wellen-Geschwindigkeiten im Salzbergwerk zwischen Tunnel und Bohrloch sowie zwischen zwei horizontalen Bohrlöchern